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Interview mit Sabine Hárrer

Stefanie Spang / Neuigkeiten

Interview mit Sabine Hárrer

Liebe Frau Hárrer, vielen Dank für Ihre Zeit, unsere Fragen zu beantworten.

Sie arbeiten sehr erfolgreich als Humanphysiotherapeutin. Wann und vor allen Dingen warum haben Sie eine Ausbildung zur Tierphysiotherapeutin absolviert?

Mein eigener Hund – ein Berner Sennenhund hatte 2005 die Diagnose FPC. Auf meine Frage an meine Tierärztin,
ob ich mit dem Hund post-OP Physiotherapie zur schnelleren Wundheilung machen dürfte sagte sie mir, dass ich
das unbedingt machen solle und ob ich mir nicht überhaupt überlegen will künftig auch Physiotherapie mit Tieren zu machen, da man die Humanphysiotherapie nahezu 1:1 auf den Hund übertragen könne. Die Idee war geboren... Daraufhin schaute ich mich im www um und suchte nach qualifizierten Ausbildungsstätten. Meine eigene Physio-Akademie, an der ich meine OMT-Ausbildung absolviert habe, bot die Ausbildung zum Tierphysiotherapeuten in Zusammenarbeit mit dem Ausbildungsinstitut in Barneveld (NL) dann 2006 an – und ich war dabei ;-)

Sie haben sich 2007 mit einer Praxis für Hunde-Physiotherapie selbständig gemacht. Wie sehen Sie die Entwicklung der Tierphysiotherapie in Deutschland?

Die Tierphysiotherapie wird sicher Einzug halten in Deutschland. Noch hat sie sich nicht flächendeckend durchgesetzt, ich schätze aber, dass dies in 10 Jahren anders aussieht...

Schaut man Ihren Werdegang an, so sind Fortbildungen in den USA immer wieder ein Thema.
Im Vergleich zu Deutschland wird in den USA anders therapiert, mit anderen Therapieansätzen?

Die Therapieansätze sind nicht wirklich anders. Was allerdings schon ein Unterschied ist sind die Intensitäten der Geräte z.B. des Ultraschalls mit denen behandelt wird. Die sind im Vergleich zu den Intensitäten in Deutschland deutlich höher.

Auf Ihrer Website dogphysio.de sprechen Sie speziell auch die Tierärzte an. Welche Erfahrungen konnten Sie bisher bzgl. der Zusammenarbeit machen?

Ganz ehrlich? Keine Guten. Eigentlich war ich immer der Meinung, dass sich Qualität durchsetzt und man über sein Fachwissen eine gute Zusammenarbeit mit den Tierärzten haben würde, dass man sich quasi ergänzt – zum Wohle des Tieres. Dem ist aber nicht so... Große Kliniken haben das Potential der Physiotherapie erkannt und hier klappt es auch gut, mit den kleineren Praxen hingegen läuft es in der Regel nicht so gut.

Wie haben Sie es geschafft, neben Ihrer Praxistätigkeit und Seminaren, Ihr erstes Buch „Manualtherapie am Hund“ zu schreiben? Wie können wir uns denn Ablauf vorstellen?

Es war mir eine Herzenswunsch erfolgreiche Techniken aus der Humanphysiotherapie auf den Hund zu übertragen, in einem Buch zusammen zu fassen und für Physiotherapeuten/Ärzte zugänglich zu machen. Dafür habe ich zwei Jahre lang meine komplette Freizeit in das Buch gesteckt. Tags gearbeitet, abends am Buch geschrieben, am Wochenende Seminare gegeben, abends am Buch gearbeitet. In den Ferien und an wochenendfreien Seminaren zw. 10-12 Std. am Buch gearbeitet. Mein Mann hat mich in dieser Zeit nur beim Essen gesehen – es war wirklich viel Arbeit

Nun kommt Ihr Buch im Oktober 2017 auf den Markt. „Hand aufs Herz“ – aufgeregt?
Na klar – es ist mein erstes Buch und es steckt so viel Herzblut drin – natürlich bin ich aufgeregt ;-)

dogsphysio – die Praxis für Hund-Physiotherapie
Sabine Hárrer
Hammerbach 3
83239 Aschau
Tel.: 08052-956464
Mobil: 0170 – 291 90 90
email: info@dogphysio.de
www.dogphysio.de